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Fern der Städte in unwirtlichen Gebieten in Niger und Algerien und teilweise auch in Städten – zum Beispiel in Arlit, Agadez und Tamanrasset – leben manche Tuareg in Zelten.
Das Zelt als Metapher für die Organisation von Tuareg-Gruppen? – „The organization of the whole is symbolically likened to the frame of a tent or to the anatomy of the human body. This parallel is based on several principles. On the one hand, it expresses an organic vision of society, perceived as a structure that articulates differing but complementary elements. On the other hand, it emphasizes the protective function of the structure, either because it provides a shelter like that given by the roof of the tent, or because it allows the body to move and to be autonomous. The third principle at work is the dynamic quality attributed to each object, each element, each being, perceived as being in motion on a universal cyclical journey, like that of the universe itself.“ Claudot-Hawad 2006: 657.

Nicolaisen 1997: S. 454

Nicolaisen 1997: S. 454

Ich danke den Anthropologinnen Anja Fischer und Ines Kohl sowie dem Dozenten für angewandte Tourismuswissenschaft Harald A. Friedl für ihre Unterstützung während der Recherche.
Ein Beitrag von Maria Venne.


Sendezeit 27.11.13/ 17h/ Radio Blau

Homepages:
kohlspross.org von Ines Kohl
imhuar.eu von Anja Fischer, hier: über Zelte
Musik und Info

Publikationen (selected):
CLAUDOT-HAWAD, Hélène (2006). „A Nomadic Fight against Immobility. The Tuareg in the Modern State“, in: Chatty, Dawn (Hg.): Nomadic Societies in the Middle East and North Africa. Entering the 21st Century. Leiden/Boston: Brill. – S. 654-681
FISCHER, Anja (2012). Sprechkunst der Tuareg. Interaktion und Soziabilität bei Saharanomaden. Berlin: Reimer Verlag.
FISCHER, Anja (2008). Nomaden der Sahara. Handeln in Extremen. Berlin: Reimer.
FRIEDL, Harald (2008). KulturSchock Tuareg. Bielefeld. Reise-Know-How-Verl.
KOHL, Ines (2009). Beautiful Modern Nomads: Borderliner-Tuareg between Niger, Algeria and Libya. Berlin: Reimer Verlag.
NICOLAISEN, Johannes und Ida Nicolaisen (1997). The Pastoral Tuareg. Ecology, Culture, and Society. (Vol. One). New York: Thames and Hudson.

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Afghanistan beherbergt ein großes Spektrum von Zigeunergruppen, die zum Teil sesshaft, zum Teil umherziehend ihr Auskommen finden. Als Mittelpunkt der Zigeunergemeinschaften gilt insbesondere die Stadt. Hier treffen einzelne Gruppen aufeinander. So hielten sich zwischen 2007 und 20010 allein in Mazar-e Sharif acht verschiedene Gruppen auf.

In den Zigeunergruppen verfügt niemand über einen Ausweis, einen Pass oder dergleichen. Diese Tatsache schränkt sie allerdings in ihrer Mobilität kaum ein. Sie zahlen keine Steuern und dienen nicht in der Armee. Wenn sie umziehen, wohnen sie zunächst im Zelt. Es ist das erste „Gebäude“, das nach der Ankunft aufgebaut und das letzte, das beim Aufbruch abgebaut wird. Haben die Zigeuner vor, länger zu bleiben, bzw. ist mit den zuständigen Institutionen des Stadtviertels ein längeres Bleiberecht ausgehandelt, heben sie eine Lehmgrube aus und errichten kleine, meist fensterlose Häuser. Kommt es zu Streitigkeiten, die eine Erwerbstätigkeit am Ort unmöglich machen, ziehen die Gruppen weiter.


Die Mugat

Die mugat werden von der Umgebungsbevölkerung als dzhugi bezeichnet. Ihre Vielsprachigkeit leitet sich aus ihren hauptsächlichen Bewegungsräumen ab, in denen sowohl turksprachige, persischsprachige als auch paschtunische Gruppen wohnen. Die mugat ziehen von Isfahan im Iran bis an die Berge des Hindukush im Osten Afganistans.

Als Wohn- oder Siedlungsorte beziehen die mugat für drei bis vier Jahre brachliegende Flächen in der Nähe großer Städte. Hier bauen sie niedrige Häuser aus Lehm. Der Hauptteil des Lebens spielt sich auf dem offenen Platz vor dem Haus ab. Ihr Leben ist somit weitestgehend öffentlich, es gibt keinen Sichtschutz zu anderen Bewohnern des Wohnviertels. Das lebenswichtige Wasser beziehen die Zigeuner aus Brunnen des angeschlossenen Wohngebiets. Haben sich gute nachbarschaftliche Kontakte und Beziehungen entwickelt, gestatten die Ortsansässigen den Zigeunern auch die Nutzung ihrer Elektroanschlüsse. Obwohl die Zigeuner ein wenig Geld an diese Nachbarn zahlen, sind sie von ihrem Wohlwollen abhängig.
Haben sich Investoren oder Bauherren für die Brachflächen gefunden, müssen die mugat den Platz verlassen. Dann ziehen sie meist in eine andere Stadt. Sie verlassen auch einen Platz, wenn er ihnen Unglück gebracht hat. So wird beim Tod eines Kindes, nach einem neuen Siedlungsort gesucht. Wenn sich die mugat wieder auf Wanderung begeben, ziehen sie nicht weit weg, lediglich in die Dörfer der Umgebung. Der Grenzübertritt nach Tadschikistan und die Wanderung nach Buchara, dem eigentlichen spirituellen Zentrum der mugat, wird ihnen verwehrt.

Die Frauen der mugat fallen der Mehrheitsbevölkerung als Wahrsagerinnen auf. Weiterhin gehen sie mit ihren typischen Schnappsäcken auf die Suche. Einige handeln an belebten Plätzen, wie Busbahnhöfen oder Basartoren mit sog. Impulswaren. Andere wiederum haben sich auf das Betteln spezialisiert.
Die Männer sind den meisten Menschen als „Nichtstuer“ bekannt. Das liegt jedoch daran, dass sie ihre Tätigkeit häufig in der Umgebung ausüben. Wenn sie umherziehen, werden sie von der lokalen Stadtbevölkerung nicht wahrgenommen. Ihre Hauptbeschäftigung ist die mobile Gelegenheitsarbeit. Sie beschäftigten sich auch mit dem Zureiten von Pferden. Sie treten bei den lokalen buzkashi, einem afghanischen Pferdespiel, bei dem man versucht, sich beim Raufen um einen Ziegenkadaver gegen seine Rivalen durchzusetzen, auf.

Die Haydaria, eine Schmiedekaste in Nordafghanistan

In Nordafghanistan wohnt eine Schmiedekaste, haydaria genannt. Diese bewohnt eigene Dörfer, die einerseits von der umliegenden Bevölkerung besucht werden. Andererseits gehen die haydaria in den Sommermonaten auch auf Wanderschaft. Zu ihren Kunden gehören in Stämmen organisierte pastoralnomadische Bevölkerungsgruppen, sowie sesshafte Städter und Bauern. Die gesellschaftliche Beziehungen zu diesen Gruppen sind rein dienstlicher Art. Die Heiratspartner beziehen die haydaria aus Mitgliedern ihrer Berufsgruppe benachbarter Dörfer oder aus anderen Gegenden, mit kastengleichen Bevölkerung.

Die Jat

Die südlichen Zigeunergruppen Afghanistans werden im Allgemeinen mit dem Sammelbegriff jat belegt. Sie sind im ambulanten Kleinhandel tätig. Oft sitzen sie auf dem Basar, um Schmuck zu verkaufen. Sie sprechen neben Persisch als Muttersprache oft Pashto. Ihr Gruppenname leitet sich oft nach einer Stadt ab, in der sie ihr spirituelles Zentrum haben. So gibt es die kandahori aus Kandahar oder die multoni aus der pakistanischen Stadt Multan.

Hochhäuser bestehen unabhängig von Kultur und Tradition in vielen Metropolen der Welt. Aber auch in ländlichen Regionen bieten Hochhäuser vielen Menschen ein Zuhause oder einen Arbeitsplatz.
Es wird berichtet wie Hochhäuser in der gesamten Alltagsstruktur der Menschen seinen festen Platz eingenommen haben. Ob als Wirtschaftskomplex, homogenisiertes Wohnen oder als Friedhof wirkt das Hochhaus auf das Leben von uns Menschen ein.

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