Die Sendung des Weltempfaengers unter dem Titel World Wide radio wurde in Hinblick auf Radioprojekte in aller Welt geplant und produziert. Hier kommen Radios vor, die im Kleinen und Lokalen die Welt versuchten zu bewegen aber auch solche, die es einmal bewegten, aber (wie die Amerikaner immer sagen) ihr Momentum verloren.

Dazu die Beiträge:

World Wide Radio – ein Vortragsabend zu freien Radios in Argentinien, im Sudan und in Benin

Unter dem Motto „World Wide Radio“ fand am 26. Mai ein Vortragsabend zur Bedeutung freier Radios in verschiedenen Teilen der Welt statt. Zum 15. Geburtstag von Radio Blau wollten die Radiomachenden aus Leipzig mal einen Blick wagen, wie in anderen Gebieten der Welt Menschen freies Radioprogramm machen und nutzen: Radio als Plattform für die Stimmen der Menschen, Radio als Treffpunkt und Kiosk, Radio als Mitmachmedium mit Mut zum Nicht-Perfektionismus – die Berichte der ReferentInnen stellten natürlich viele Gemeinsamkeiten der freien Radios auf der Welt heraus. Sie zeigten aber auch auf, was wir in Leipzig von Radiomachenden aus Argentinien, dem Sudan und Benin lernen können. Freie Radios sind in diesem Gebieten meist Community Radios, also Radios, die ihr Programm für eine bestimmte Gemeinschaft erstellen. So eine Gemeinschaft kann ein Stadtviertel sein oder eine Dorfgemeinschaft. Das Radioprogramm wird von den Menschen für die Menschen vor Ort erstellt und kann auch religiöse oder ethnische Grenzen überschreiten.

Die ReferentInnen Viviana Uriona und Dominik Lehnert fassen im Interview ihre Eindrücke aus der freien Radioszene in Argentinien und im Süd-Sudan zusammen.

Viviana Uriona kommt aus Argentinien und ist schon viele Jahre aktiv bei freien Radios in Deutschland, besonders beim Bundesverband freier Radios. Im Moment promoviert sie über „Freie Radios oder Community Radios als gegenhegemoniales Projekt am Beispiel Argentinien“.

Dominik Lehnert ist Kommunikations- und Medienwissenschaftler und u.a. als Dokumentarfilmer tätig. Daneben arbeitet er als freier Berater für unterschiedliche Entwicklungshilfeorganisationen. Er engagiert sich für das Projekt Xchange Perspectives, einem Projekt zum Aufbau lokaler Medieninitiativen. Kürzlich hat er in diesem Rahmen am Aufbau eines Freien Radios im Süd-Sudan mitgewirkt und das Projekt dokumentiert. Den daraus enstandenen Kurzfilm „Radio Magwi FM 92.5“ (OmU, 9min, Premiere!) könnt ihr anschauen auf der Seite von Xchange Perspectives.

Und welche Bedeutung haben „Freie Radios in Benin“? Dieser Vortrag führt uns ein in die Arbeit verschiedener Radio Communitaire in Benin.

Den gesamten Vortrags könnt ihr hier in Kürze nachhören.

Wir stellen euch zwei Freie Radios in Chile und Großbritannien vor.

Radio Placeres – a la izquierda del dial!

Das Freie Radio Radio Placeres aus der chilenischen Hafenstadt Valparaiso findet der Hörende nicht nur links auf dem Frequenzband, auch die Inhalte dieses Radios sind abseits des Meinungsmainstreams in der Medienlandschaft Chiles angesiedelt, aber hört selbst:

Radio Placeres zum nachhören

Radio Caroline

Wir schauen nach Großbritanien zurück in die 60er Jahre. Das war die Zeit, als Piratenradios ihrem Namen noch alle Ehre machten, von umgebauten Schiffen aus sendeten und damit auf hoher See an den Restiktionen der britischen Medienaufsichtsbehörde vorbeisteuerten.

Radio Caroline zum nachhören

Und mehr freie Radios oder Community Radios findet ihr auf der Seite des Weltweiten Verbandes der Community Radios AMARC

Vodiy Sadosi – die Stimme aus dem Tal

Am Ende des 20. Jahrhunderts kam eine Stimme aus dem Ferghanatal, die für die Radiolandschaft in Usbekistan bisher unerhört war: die Stimme das Tales. Sie schufen ein hörernahes Radio, das im postsozialistischen Usbekistan, in dem Volk immer als gefährlich angesehen wurde, eine streitbare Angelegenheit. Sie hatten Erfolg, ihr Ruf und ihr Format verbreiteten sich. Dann folgten sie dem Ruf des Geldes und verloren sich im Einerlei de Hauptstadt.

Wer ein ähnliches Radio Uzbegim Taronasi im stream hören will: bitte hierentlang

Ateker Radio & Peace Program – ein Radioprojekt im Sudan

Immo Eulenberger berichtet von den Harmonisierungsbemühungen einer deutschen Radio-NGO im Grenzbereich von Sudan, Kenia, Uganda, Äthiopien und Somalia.

Der Nordosten Afrikas ist nicht nur ein berüchtigter Bürgerkriegsraum, als Teil des nördlichen Nomadengürtels stellen dieser bzw. seine Bewohner ein bis heute kaum bewältigtes Problem für Sicherheits-, Verwaltungs-, und Entwicklungspolitik dar. Während seiner Arbeit als Koordinator des VSFG Ateker Radio Peace Program hatte Immo Eulenberger ausgiebig Gelegenheit sich ein Bild von den Ursachen und Folgen dieses Phänomens zu machen. Immo Eulenberger arbeitet derzeit am Max Planck Institut für Ethnologie in Halle an seiner Promotion zum Thema „Gewalt und Entwicklung im Grenzgebiet von Sudan, Kenia, Uganda, Äthiopien und Somalia.“

mehr Infos zum Ateker Radio Peace Program der Organisation Veterinaires Sans Frontieres

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