Babelfisch Quechua

Quechua ist eine der größten und am weitesten verbreiteten indigenen Sprachen in Südamerika. Es wird fast im gesamten Gebiet des Andenraumes gesprochen, da wo vor der Kolonisierung durch die Europäer das Inka-Reich war. Dort war es die Verkehrssprache und ist bis heute die Muttersprache vieler Menschen in den Andenländern. In diesem Beitrag hören wir zwei verschiedene dialektale Varietäten, aus Ayacucho (Peru) und Otavalo (Ecuador).

In der Sendung konntet ihr im Anschluss an den Babalfisch noch ein Lied von der Band Uchpa hören. Die ist aus Peru und singt Rock auf Quechua. Hier gibt es das Video dazu:  http://www.youtube.com/watch?v=y0MkqEKgdUc

Und hier noch ein Beispiel. Das wird wahrscheinlich selten wirklich gesagt, aber möglich ist es:

allqochaykunapaqwanmi                           „Es ist auch für meine Hündchen“

und auseinander genommen sieht das so aus:

allqo -cha -y -kuna -paq -wan -mi

Hund -chen -mein -Mehrzahl -für -auch -ist

Im Schatten von Lévi-Strauss

Lateinamerika und Ethnologie – das sind die Tristes tropique (Traurige Tropen) von Claude Lévi-Strauss. Mit diesem Werk, in dem der französische Ethnologe seine Erlebnisse und Beobachtungen mehrerer Forschungsreisen ins Amazonastiefland zusammenfasst, brachte er die Kulturen des Amazonischen Tieflandes einem breiten, nichtwissenschaftlichen Publikum nahe. Auch wenn Lévi-Strauss Traurige Tropen am breitesten wahrgenommen wurde, ist er nicht der erste und einzige Forschende im Amazonasgebiet.

Noch früher als Lévi-Strauss forschte Curt Unckel über Mythen und soziale Organisation einiger Gruppen des amazonischen Tieflandes. Über das Wirken von Curt Unckel forscht Peter Schröder von der Universidade Federal de Pernambuco. Er stellt euch diesen, weniger bekannten und doch ungleich wichtigen Ethnologen Unckel vor:

Den wohl größten Unterschied zwischen Lévi-Strauss und Curt Nimuendjú lässt sich schon an dessen Namen ablesen:

Nimuendajú – ‚der seinen Platz gefunden hat‘ oder auch ‚der sein Haus baut‘. Diesen Namen trug Curt Unckel seit dem Aufenthalt bei den Guaraní zu Beginn seines Lebens in Brasilien. Der Name sollte ihn all die folgenden Jahre im Feld begleiten. Nimuendajú führte fast sein ganzes Leben lang Feldforschung durch, zunächst bei den Guaraní, später bei Gruppen der Gê-Sprachen. Über sein Verhältnis zu den Indigenen schreibt Nimuendajú 1914:

„Ich habe stets wie ein Indianer unter Indianer gelebt und dabei, wenn auch nicht durchaus fehlerfrei, so doch vielleicht besser Guaraní sprechen gelernt als mancher, der darüber mehr geschrieben hat als ich. […] Meine Gewährsleute waren drei gute Freunde aus der Apapocúva-Horde, der ich ja selbst angehörte;[…]“

(Nimuendajú Unkel, Curt. 1914. Die Sagen von der Erschaffung und Vernichtung der Welt als Grundlagen der Religion der Apapocúva-Guaraní. Zeitschrift für Ethnologie 46, S. 284-403, S. 285.)

zum Nachlesen:

Werke von und über Nimuendajú in der Biblioteca Curt Nimuendajú der FUNAI


Die Namensgebung bei den Sirionó

Nicht überall beschäftigen sich die Menschen schon während der Schwangerschaft mit dem Namen ihres Kindes. Es gibt auch Kulturen, die den Namen ihres Kindes erst nach der Geburt festlegen, damit er sich mehr auf das Kind selbst bezieht und nicht so von den Wünschen der Eltern abhängig ist.Die Sirionó in Bolivien gaben ihren Kindern früher erst während oder nach der Geburt einen Namen, der von der Geburtssituation, dem Aussehen des Kindes oder dem Jagderfolg des Vaters und damit dem Schicksal abhängig war. Ein paar Namensbeispiele sind in folgendem Beitrag zu hören:

Der Beitrag basiert auf dem Artikel von Anne Priest „Method of Naming among the Sirionó Indians“ (1964) in American Anthropologist, Vol. 66, No. 5, S. 1149-1151.

Aktuelles aus der Region

In unserer Sendung haben wir die aktuellen Ereignisse im brasilianischen Tiefland angesprochen. Dort soll das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt gebaut werden. Über das Projekt und mögliche Konsequenzen könnt ihr im angesprochenen Artikel „Das Judas-Projekt“ aus „Die Zeit“ nachlesen.

Ein weiteres Staudammprojekt ist im Süden Chiles geplant. Dazu gibt es einen Radio-Beitrag von onda: HidroAysén