Der Weltempfänger hat sich eine besinnliche Sendung vorgenommen, eine Sammlung von Geschichten aus aller Welt. Dazu ein Babelfisch auf Koreanisch.

Der Schamane, der Gott herabholte

In der Weihnachstzeit feiert die christliche Gemeinschaft die Geburt ihres Messias Jesu Christu, einer in seiner mythischen Darstellung dennoch menschlichen, andererseits auch gottähnlichen oder gottesgleichen Gestalt. Über die Seinsart Jesu Christu wurde im Christentum lange gestritten. Einen etwas pragmatischeren Umgang mit der Dreifaltigkeit kommt in der folgenden Geschichte zum Ausdruck: Bei den Pemón aus Venezuela und Brasilien holt der paisan, der religiöse Spezialist, den Herrgott in die irdische Welt hinab, um die Probleme der Menschheit zu besprechen:

Der Schamane, der Gott herabholte

PIASAN POTORITO ENUTETEPON PANTONI
1. Inare kanan,pena-rike pemon dama-da piasan puek esatipue to-da Potorito enu tope-ya dare t-eseuroma-kon pa. .
2. Muere-wi, etiakte-pe, tumaya puek chima piasan-da ane-re enutepue-ya; ancheri kini enutepue- ya. „¿Tu, yare man; e nawa pata nai?“, taurepue-ya. Muere-wi nosanton-da ekamapopue: „¿Dairen-pe ina depotori amare nak-ma?“. „Ake, taurepue-ya; ad-epotori-kon:, – neke yure, ancheri, Potorito dadok rekin.

[…]“

In: Armellada, Fray Cesaro de (Hg.): Tauron Panton 2. Así dice el cuento. Universidad Católica Andrés Bello, Instituto de Investigaciones Históricas, Centro de Lenguas Indígenas. Caracas. 1973.

Derlei Elemente christlicher Glaubensvorstellung fanden Eingang in die Weltanschauung der Pemon durch die Mission. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts hatten Pemon Kontakt zu anglikanischen Missionaren, woraus hybride Kulte wie der „Aleluja“-Kult entstanden. Zwar angelehnt an christliche Glaubensvorstellungen wird in diesem Kult jedoch die direkte Beziehung zwischen dem Propheten und Gott betont. Als dann die Kapuziner ihre intensive Missiontätigkeit im Gebiet der Pemon ab 1922 begannen, war dieser Kult hier schon fest etabliert. Einer dieser Kapuzinermönche, Fray Cesareo de Armellada, nahm die oben zitierte Geschichte bei den Pemon auf und publizierte sie in den Erzählsammlungen Tauron Panton 1/2. Die Frage, ob diese Erzählung der Pemon auch das Gottesbild der Kapuziner verändert hat, bleibt offen.

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