In Anlehnung an den Sammelband „Die gezeigte und die verborgene Kultur“  und dem gleichnamigen Artikel von Bernhard Streck haben wir uns dieses Mal mit diesem „Gegensatzpaar“ innerhalb von Kulturen beschäftigt. Es geht um das vor dem Vorhang oder über der Erde und im Gegensatz dazu, dass was sich hinter dem Vorhang oder auch unter der Erde verbirgt.

Erdöl im Amazonastiefland in Ecuador

Im Amazonastiefland Ecuadors gibt es außer einer großen biologischen Vielfalt und verschiedenen indigenen Gruppen auch noch eine ganze Menge Erdöl. Was sich daraus für Konflikte und Probleme ergeben, hören wir in diesem Beitrag.

Eine Initiative der ecuadorianischen Regierung schlägt vor das Erdöl im Yasuní-Nationalpark im Amazonastiefland nicht zu fördern und braucht dafür die Unterstützung anderer Länder. Deutschland war lange Zeit der Hauptunterstützer der Initiative, doch jetzt will „Entwicklungsminister“ Niebel nicht mehr mitmachen.
Weitere Informationen zur Yasuní-Initiative und der Situation gibt es hier:

http://yasuni-itt.gob.ec/ (auf spanisch)
http://www.amazoniaporlavida.org/es/ (auf spanisch, englisch, deutsch und französisch)
http://commonsblog.wordpress.com/2010/09/17/minister-dirk-niebel-ist-gegen-die-zukunft/ (auf deutsch)

Im Radio verborgen  – Radio in Afghanistan

Im Radio ist man Stimme, nicht Gesicht, nicht Name. Diese Qualität  macht Radio für Journalisten und vor allem Journalistinnen in Afghanistan zu einem attraktiven Medium. Afghanistan hat seit dem Rückzug der Taliban 2001 eine der liberalsten Medienlandschaften, kein Vergleich zu den neuen Nationalstaaten im Norden, kein Vergleich zum Iran. Auch wenn in Afghanistan seit 2001 auch schon einige Journalisten gestorben sind, agieren hier inländische Nachrichtenagenturen, Presse und vor allem das Radio relativ frei.Im Laufe eines Aufenthaltes in der Stadt lernte ich zwei Journalisten kennen. Auf meine Frage, für wen und was sie arbeiteten, meinten sie: das Radio.

Ahmad arbeitete beim Frauenradio Rabia Balkhi, Zelina bei der turkmenischsprachigen Abteilung von 89,55. Beide Journalisten, Ahmad und Zelina bat ich zum Gespräch und fragte sie nach der Medienlandschaft aus.

Afghan radio by weltempfaenger3

Wer im stream zwei dieser Sender hören will:

Hier der stream von Arman FM

Hier der stream von Ariana FM (über einen media player öffnen)

Poro und Sande, Geheimbünde im Rampenlicht

In einigen Ländern an der westafrikanischen Küste, in Guinea, Sierra Leone, Liberia und der Elfenbeinküste gibt es

Maske des Sande-Bundes bei den Temne in Sierra Leone

Maske des Sande-Bundes bei den Temne in Sierra Leone (18.Februar 2009)

neben den politischen Strukturen eine weitere Organisationsform, die in der Wissenschaft gerne als Geheimbund bezeichnet wird. Es existieren viele Geheimbünde in diesen Ländern, die bekanntesten sind der Poro– und der Sande-Geheimbund. Sie sind flächenmäßig am weitesten verbreitet und haben auch die zahlenmäßig die meisten Mitglieder in dieser Region. Wer in einem der anderen Geheimbünde in Westafrika Mitglied werden möchte, muss oft erst in einem der anderen beiden Mitglied sein.

Der Poro-Geheimbund ist ein Männergeheimbund, der Sande ein Frauengeheimbund (je nach der ihn bezeichnenden Sprache, kann er auch Bundu-Geheimbund genannt werden).

Diese Geheimbünde haben ihren Namen nicht daher, dass ihre Existenz und die ihrer Mitglieder geheim ist. Jedem ist sehr wohl bekannt, wer Mitglied ist. Geheim ist „nur“ bestimmtes Wissen, bestimmte Handlungen, Riten etc. Trotzdem zeigen sich die Bünde auch bewusst in der Öffentlichkeit: durch den Auftritt ihrer Masken. Diese zeigen sich z.B. zu sogenannten Initiationsriten (Übergangsrituale vom Kind zum Erwachsenen) oder wenn bedeutende Persönlichkeiten ins Dorf kommen. Diese Auftritte sind immer wieder ein großes Ereignis, wenn die Geheimbünde auf die Bühne treten!

Babelfisch – Fon in Benin

Für den Babelfisch mussten wir heute keine weite Reise unternehmen, den die Sprache Fon wird nicht nur in ihrer Heimat-Region, im Süd-Benin, sondern auch in Leipzig gesprochen. Maëlle kommt aus Benin und studiert an der Uni Leipzig Deutsch als Fremdsprache. Im Babelfisch erzählt sie uns eine Legende aus ihrem Heimatland.

Mehr zur Sprache Fon findet ihr hier: (auf Französisch) Gibéto, Flavien 2000. Les emprunts linguistiques d’origine européenne en Fon. Köln: Köppe. Guédou, Georges 1985. Xó et gbé langage et culture chez les Fon (Bénin).Paris: SELAF.

Das eingespielte Lied auf Fon in voller Länge: http://www.youtube.com/watch?v=uHgx2nOn0bw&feature=related