Lateinamerika und Ethnologie – das sind die Tristes tropique (Traurige Tropen) von Claude Lévi-Strauss. Mit diesem Werk, in dem der französische Ethnologe seine Erlebnisse und Beobachtungen mehrerer Forschungsreisen ins Amazonastiefland zusammenfasst, brachte er die Kulturen des Amazonischen Tieflandes einem breiten, nichtwissenschaftlichen Publikum nahe. Auch wenn Lévi-Strauss Traurige Tropen am breitesten wahrgenommen wurde, ist er nicht der erste und einzige Forschende im Amazonasgebiet.

Noch früher als Lévi-Strauss forschte Curt Unckel über Mythen und soziale Organisation einiger Gruppen des amazonischen Tieflandes. Über das Wirken von Curt Unckel forscht Peter Schröder von der Universidade Federal de Pernambuco. Er stellt euch diesen, weniger bekannten und doch ungleich wichtigen Ethnologen Unckel vor:

Den wohl größten Unterschied zwischen Lévi-Strauss und Curt Nimuendjú lässt sich schon an dessen Namen ablesen:

Nimuendajú – ‚der seinen Platz gefunden hat‘ oder auch ‚der sein Haus baut‘. Diesen Namen trug Curt Unckel seit dem Aufenthalt bei den Guaraní zu Beginn seines Lebens in Brasilien. Der Name sollte ihn all die folgenden Jahre im Feld begleiten. Nimuendajú führte fast sein ganzes Leben lang Feldforschung durch, zunächst bei den Guaraní, später bei Gruppen der Gê-Sprachen. Über sein Verhältnis zu den Indigenen schreibt Nimuendajú 1914:

„Ich habe stets wie ein Indianer unter Indianer gelebt und dabei, wenn auch nicht durchaus fehlerfrei, so doch vielleicht besser Guaraní sprechen gelernt als mancher, der darüber mehr geschrieben hat als ich. […] Meine Gewährsleute waren drei gute Freunde aus der Apapocúva-Horde, der ich ja selbst angehörte;[…]“

(Nimuendajú Unkel, Curt. 1914. Die Sagen von der Erschaffung und Vernichtung der Welt als Grundlagen der Religion der Apapocúva-Guaraní. Zeitschrift für Ethnologie 46, S. 284-403, S. 285.)

zum Nachlesen:

Werke von und über Nimuendajú in der Biblioteca Curt Nimuendajú der FUNAI


					
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