In einigen Ländern an der westafrikanischen Küste, in Guinea, Sierra Leone, Liberia und der Elfenbeinküste gibt es

Maske des Sande-Bundes bei den Temne in Sierra Leone

Maske des Sande-Bundes bei den Temne in Sierra Leone (18.Februar 2009)

neben den politischen Strukturen eine weitere Organisationsform, die in der Wissenschaft gerne als Geheimbund bezeichnet wird. Es existieren viele Geheimbünde in diesen Ländern, die bekanntesten sind der Poro– und der Sande-Geheimbund. Sie sind flächenmäßig am weitesten verbreitet und haben auch die zahlenmäßig die meisten Mitglieder in dieser Region. Wer in einem der anderen Geheimbünde in Westafrika Mitglied werden möchte, muss oft erst in einem der anderen beiden Mitglied sein.

Der Poro-Geheimbund ist ein Männergeheimbund, der Sande ein Frauengeheimbund (je nach der ihn bezeichnenden Sprache, kann er auch Bundu-Geheimbund genannt werden).

Diese Geheimbünde haben ihren Namen nicht daher, dass ihre Existenz und die ihrer Mitglieder geheim ist. Jedem ist sehr wohl bekannt, wer Mitglied ist. Geheim ist „nur“ bestimmtes Wissen, bestimmte Handlungen, Riten etc. Trotzdem zeigen sich die Bünde auch bewusst in der Öffentlichkeit: durch den Auftritt ihrer Masken. Diese zeigen sich z.B. zu sogenannten Initiationsriten (Übergangsrituale vom Kind zum Erwachsenen) oder wenn bedeutende Persönlichkeiten ins Dorf kommen. Diese Auftritte sind immer wieder ein großes Ereignis, wenn die Geheimbünde auf die Bühne treten!
Poro und Sande: Geheimbünde im Rampenlicht by weltempfaenger3

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