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Auf dem Ethnologie Symposium deutschssprachiger Studierender lernen wir ganz unterschiedliche Gebiete und Arbeitsbereiche des Fachs kennen. Elena uns Bernadette von der LMU München stellen ihre kleinen Feldforschungen im Bereich Organisationsethnologie vor.

Zunächst erklären sie einmal, was es damit eigentlich auf sich hat. Sie forschen in Unternehmen bei sich vor der Haustür, hier in Deutschland.

Ihr denkt euch vielleicht: “Forschen Ethnologinnen und Ethnologen nicht eigentlich im Ausland bei Menschen, die ihnen erst einmal fremd sind?”

“Wie kommen Elena und Bernadette darauf, die Methode ihres Studienfachs der Ethnologie, auf deutsche Unternehmen anzuwenden?”

Hört rein!

Organisationsethnologie by weltempfaenger2011

Das 8. Ethnosymposium – ein Rückblick

Mitte April fand das nunmehr 8. Symposium der Studierenden der Ethnologie im deutschsprachigen Raum statt, diesmal am Institut für Ethnologie in Leipzig.  Einer der Teilnehmenden und auch Organisierenden ist Christian. Im Interview mit ihm werfen wir einen kurzen Blick zurück auf die drei Tage intensiven Austausches zwischen Studierenden der Ethnologie über gezeigte und verborgene Kulturen.

Ethnosymposium Interview mit einem der Teilnehmenden und Organisierenden by weltempfaenger2011

Programm des 8.Ethno-Symposiums “Gezeigte und verborgene Kultur”

Die präsentierten Vorträge boten Anlass für kontroverse Diskussionen. Hier sei nur die Kontroverse um den Begriff Zigeuner im wissenschaftlichen Diskurs angeführt. Dieser Begriff wird am Leipziger Forum für Tsiganologische Forschung verwandt. Werfen wir einen Blick auf deren Begriffsverständnis:

Unsere Begrifflichkeiten
In Deutschland und Europa ist die adäquate Bezeichnung der Roma/Zigeuner umstritten – dies zeigt nicht zuletzt die aktuelle Debatte um das Berliner Mahnmal. Viele Roma/Zigeuner empfinden den Begriff “Zigeuner” (über dessen ethymologische Herkunft nur spekuliert werden kann) als beleidigend und propagieren stattdessen “Roma” als nichtdiskriminierende Bezeichnung (im Romani bedeutet “rom” übersetzt “Mensch”). Auf der anderen Seite plädieren jedoch andere Roma/Zigeuner für die Beibehaltung der Fremdbezeichnung, da sie den Begriff “Roma” als diskriminierend empfinden. Sie argumentieren, dass das Ethnonym einer großen Untergruppe (Roma, die vor allem im 19. Jh. aus Südosteuropa nach Westeuropa und Amerika migriert sind) als Allgemeinbezeichnung generalisiert wird und damit andere Untergruppen (z.B. Sinti, Kalé, Ashkali) zurücksetzt.
Mit der offiziellen Nutzung des Begriffspaars “Roma/Zigeuner” möchte das FTF demonstrieren, dass es sich wissenschaftlich differenziert mit der Frage der adäquaten Bezeichnung der heterogenen transethnischen Minderheit auseinandersetzt, im politischen Streit jedoch keine Stellung bezieht. Es bleibt den einzelnen Mitgliedern des FTFs überlassen, sich individuell für eine adäquate Bezeichnung zu entscheiden. Im konkreten Fall ist es sinnvoll, das genaue Ethnonym der jeweiligen Untergruppe (z.B. Kalderasch, Xoraxané, Manusch, Jat, Rom, aber auch schlicht Zigeuner) zu gebrauchen.
Forschungsansatz
Wir studieren Roma/Zigeuner nicht als ethnische Einheit, sondern beschäftigen uns unter dem Paradigma eines tsiganologischen Relationismus mit einer Vielzahl von Gruppen, die sich alle durch ein interaktives Verhältnis zu ihrer gesellschaftlichen Umgebung auszeichnen. Als Minderheit sind sie immer dem Zugriff der Mehrheit (in der Romanisprache: den Gadje) ausgeliefert. Diese stereotypisiert “ihre Minderheiten” und versucht sie entweder einzugliedern oder wenigstens zu disziplinieren. In der Geschichte dieser interethnischen Beziehung litten die Roma/Zigeuner oft unter Stigmatisierung und Diskriminierung, Rassismus und Verfolgung und auch heute haben viele Staaten große Mühen, der “weltbürgerlichen Praxis” ihrer Roma/Zigeunerminderheiten die nötige Toleranz entgegenzubringen. Roma/Zigeuner entwickeln jedoch – und das macht sie international vergleichbar – immer auch eigene Strategien, mit denen sie auf die Mehrheit und ihre Grenzen reagieren.
In Übereinstimmung mit neueren ethnologischen Ansätzen in der Tsiganologie erkennen wir in den verschiedenen Roma/Zigeunerkulturen ethnische Gruppen, die stets Teil der Mehrheitsgesellschaft und gleichzeitig eigenständiger Teil einer Minderheitenkultur sind. Die Kulturen der Roma/Zigeuner und die der Gadje befinden sich in stetem Austausch und Roma/Zigeuner passen sich stets mehr oder weniger an die Mehrheitsgesellschaft an. Jedoch grenzen sie sich in bestimmten Bereichen, die sie für wichtig erachten, bewußt ab, um ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Gleichzeitig werden sie von den Gadje in anderen Bereichen ausgegrenzt. Die Roma/Zigeunerkulturen bilden somit ein kulturelles Netz der Verknüpfung und verbinden Bereiche, die innerhalb und außerhalb der Mehrheitskultur liegen (das Logo des FTF visualisiert diese Sichtweise). Die ethnischen Gruppen der Roma/Zigeuner definieren sich dadurch von innen wie von außen. Da in jedem Land und Staat andere Rahmenbedingungen für die ohnehin nicht homogenen Kulturentwürfe der Roma/Zigeuner herrschen, findet man auf der Welt wohl nur wenige “Völker”, die derart heterogen eine kulturelle Fülle entfalten wie die Roma/Zigeuner. [...]Quelle: Forum für Tsiganologische Forschung

Der Weltempfänger war zu Gast beim StuRadio, der Radiosendung des StudentInnenrates der Universität Leipzig. Franzi, Maria und Olaf aus der Weltempfängerredaktion erzählen, mit welcher Motivation sie die Sendung Weltempfänger machen und welche Möglichkeiten das freie Radio Blau bietet, selbst Radio zu machen.

Der Weltempfänger zu Gast beim StuRadio by weltempfaenger3

mehr Infos zum StuRadio-Spezial zur Situation von Radio Blau auf StuRadio

mehr Infos, wie ihr Radio Blau unterstützen könnt auf Radio Blau

Sendung vom Samstag, 18.Juli 16-17 Uhr

in Leipzig wieder auf den Frequenzen
89,2 | 94,4 | 99,2 mHZ

und weltweit im livestream

Womit beschäftigen sich das Institut für Ethnologie und seine EthnologInnen in Leipzig?

Im Nahen und Mittleren Osten …
Unter Nomaden…
Im Forschungsfeld der Tsiganologie…
Unter Indigenen und ihren zeremoniellen Diskursen…

In der letzten Sendung beleuchteten wir einige Lehr- und Forschungsthemen am Institut für Ethnologie in Leipzig.

Hört rein!

Das Ethnologische Symposium wurde mit der Absicht ins Leben gerufen, den Austausch zwischen den Studierenden der deutschsprachigen ethnologischen Institute  zu fördern.

Das Treffen wird jedes Jahr von den Studierenden einer anderen Stadt organisiert und bietet den Teilnehmenden eine Plattform, ihr Wissen weiterzugeben, sich über ihre studentischen Erfahrungen auszutauschen und sich über Forschungsvorhaben zu unterhalten.

Die einzelnen Stationen seit 2004:

Tübingen (2004): Revitalizing a Ritual
Halle (2005): Ritualizing a Revival
Münster (2006): Wir sind die Anderen
Göttingen (2007): Ethnologie – ein sinnliches Abenteuer
Heidelberg (2008): ethnologie! grenzenlos?
Bayreuth (2009): ZwischenWelten

Zürich (2010): Brennpunkte

Verantstaltungstips

Berlin Documentary Forum 1
New practices across disciplines
02. – 06.06.2010
Haus der Kulturen der Welt

“Dokumentarisches Arbeiten heißt, die Verfahren der Bilderzeugung zu hinterfragen. Zum ersten Mal untersucht ein internationales Treffen Dokumentarpraktiken quer durch alle Disziplinen. Das BERLIN DOCUMENTARY FORUM zeigt, wie das Dokumentarische in den Bildenden Künsten, in Performance, Literatur und Film an Bedeutung gewinnt.”
Berlin Documentary Forum

Rudolstadt
“Das TFF Rudolstadt – das größte Folk-Roots-Weltmusik-Festival Deutschlands – beginnt jährlich am ersten Freitag im Juli und dauert drei Tage. Im Jubiläumsjahr geht es vom 2.– 4. Juli 2010 zum 20. Mal über die mehr als 20 Bühnen.”
roots world folk festival

“Mythos Aralsee” – Vom Wilden Wasser zur Katastrophe
Sonderausstellung zum Thema Aralsee. Mit historischen Fotos aus der vorsowjetichen Zeit 20.05.2010 – 03.10.2010
im Naturkundemuseum Mauritianum, Altenburg Parkstraße 1.

Ob ein Erdbeben in Haiti, Aufstände in Thailand oder Bürgerkriege im Kongo – in den Medien unserer Gefilde wird viel berichtet über die Geschehnisse in anderen Teilen der Welt. Geschieht etwas in Asien, Afrika oder den Amerikas – schon sind Korrespondenten vor Ort und fassen die Lage für uns zusammen.
Dabei dreht sich alles nur um die Sensation an sich. Wir erfahren jedoch wenig darüber, wer die betroffenen Menschen sind, was ihren Alltag bestimmt, wie die Menschen sich selbst und ihre eigene Lebenswelt wahrnehmen.
Eigentlich seltsam, denn die Menschen, die dort leben, sind bei den Ereignissen mittendrin und können wie kein noch so gut informierter Auslandskorrespondent berichten. Die Menschen dort haben eine Stimme. Sie erzählen von ihrem Alltag, von ihren Kulturen und Ideen, von ihren tagtäglichen Kämpfen. Von all dem, was abseits der großen Schlagzeilen geschieht.

Der Weltempfänger sammelt einige dieser Stimmen und stellt sie vor. Die Sammler sind eine Gruppe von Studierenden der Ethnologie an der Universität Leipzig. Sie nehmen euch mit in die Welt, auf der Suche nach den kleinen Geschichten, nach den Alltäglichkeiten in Nepal, dem Andenhochland, China, der Sahara, Albanien, dem Amazonasdschungel …. wir bevorzugen kein Gebiet. Die Gefilde in denen wir fischen, sind die Welt. Ihr werdet hier Beiträge, Interviews und Features aus den verschiedensten Teilen der Welt hören .
Da unsere Idee während der Winterproteste 2009 in Leipzig entstand, widmen wir uns in unseren ersten Beiträgen dem Protest.

Radio Blau wieder auf UKW!

Seit dem 14. Mai sind Radio Blau und die beiden anderen freien Radios in Sachsen (Radio T in Chemnitz und coloRadio in Dresden) wieder auf UKW zu empfangen. Damit findet das fast ein Monat dauernde Rauschen auf den UKW-Frequenzen ein Ende. Jetzt sind im Radio wieder die Stimmen dieser Städte zu vernehmen – und mit ihnen eine alternative Berichterstattung, besondere Veranstaltungshinweise und Musiksendung jenseits des Mainstream . Und natürlich unsere Sendung – der Weltempfänger – die Vielfalt der Stimmen auf Radio Blau!

Hintergrund

Unser Hausradio Radio Blau war für fast einen Monat auf UKW abgeschaltet. Verantwortlich für diesen Schritt ist Apollo Radio, ein Zusammenschluss von kommerziellen Sendern in Sachsen, und auch die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM). Der Abschaltung war ein Streit um Übernahme von Sendungs- und Leitungskosten vorrausgegangen.

Grund für die Wiederaufschaltung

Die freien und nichtkommerziellen Radios auf UKW haben eigene Verträge mit der mediabroadcast GmbH, der Sendenetzbetreiberin, geschlossen.   Damit ist für die nächste Zeit zumindest das Sendesignal gesichert. Unklar bliebt weiterhin die Finanzierung der Sendungs- und Leitungskosten. “Eine Anhörung von Sachverständigen im Sächsischen Landtag am 3. Mai hat ergeben, dass der Sächsische Gesetzgeber – wie die meisten Bundesländer – den Rundfunkstaatsvertrag umsetzen kann. Damit würde der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien die Möglichkeit eröffnet, Sende- und Leitungskosten aus dem bereitstehenden Anteil der Rundfunkgebühren zu fördern. (PM Radio Blau, 13.05.2010) Radio Blau sieht den sächsischen Gesetzgeber jetzt in der Pflicht “die eigene Rundfunklandschaft zu sichern und Grundlagen zu schaffen, damit zukünftig Anbieter nicht Einfluss auf die Abstrahlung anderer Anbieter nehmen können.” (ebenda), wie es Radio Apollo in der Vergangeheit mit den freien Radios getan hat.

Radio Blau braucht weiterhin unsere Unterstützung.

Schreibt, eure Meinung, warum ihr freie Radios wichtig findet, direkt an die Sächsische Landesmedienanstalt SLM.

Wie ihr Radio Blau weiterhin unterstützen könnt, erfahrt ihr auf
radio blau
rette dein radio

Wir kämpfen für die Stimmenvielfalt!
Und möchten Radio Blau unsere Unterstützung versichern.

Nun ist unsere Sendung nicht nur im Internet hörbar, im
live stream

sondern wieder in Leipzig auf den UKW-Frequenzen

89,2 mHz im Nordosten |94,4 mHz im [Nord]Westen |99,2 mHz im Süden

hört weiter

Am 10. Juni 17 - 18 Uhr
Afro-Amerikanische Kultur in South Carolina und Lousiana

in Leipzig wieder auf den Frequenzen
89,2 | 94,4 | 99,2 mHZ

und weltweit im livestream

Kontakt

welt.empfaenger (at) web.de

machen machen

in Leipzig

"African Americans in the US South"

| 24.5.2012
| 17 Uhr Eröffnung der Ausstellung
| 18 Uhr Dokumentarfilm zum Thema

| 2. Etage des Hörsaalgebäudes bzw. Hörsaal 10, Uni Leipzig

BOCAFLOJA

Radio Globalistic präsentiert den Hip Hop & Spoken Word Artist aus Mexiko
Support: MALCOLM FULL
CONTACT (Downtownlyrics)

| 3.6.2012
| im Raum der Kulturen.

in der Welt

mehr global sounds auf Radio Blau

Der Weltempfänger ist nicht die einzige Sendung auf Radio Blau, die Sounds und Musik aus allen Teilen der Welt entdeckt. Folgende Sendungen öffnen euer Ohr für global sounds, mal mit dem Fokus auf Musik, mal mit Berichten aus verschiedenen Ecken des Globus:

Musik

calo vodi
_Musik der Roma aus Tschechien und der Slowakei

zonic radio show
_kulturelle Randstandsblicke vornehmlich aus Richtung Osten blog

no eXotik! no turistiK!
_global sounds und Konzertips für Leipzig blog

pura vida sounds
_Musik und ihre Bedeutung für die KünstlerInnen, aus welchem Teil der Welt sie stammt ist zweitrangig blog

Diskussion

radio zwischenraum
_die mehrsprachige, mehrgenerationelle und mehrkulturelle Sendung blog

babilonia
_diskutiert doch in der Sprache, mit der ihr euch wohlfühlt blog

onda info
_ Nachrichten, Berichte und Interviews aus Lateinamerika vom Nachrichtenpool Lateinamerika blog

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